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Bundesrat beschliesst bis zu 15% Absenkung bei der EIV

27.02.2019 — 

Deutlich weniger heftig als angedroht fällt die Absenkung der EIV per 1. April 2019 aus. Die Zusammenschlüsse zum Eigenverbrauch erfahren eine Vereinfachung. Die heute vom Bundesrat beschlossenen erhöhten Förderkontingenten werden den Zubau von Solaranlagen unterstützen. Die Wartezeiten auf die Fördermittel können deutlich reduziert werden. Swissolar rechnet mit einem Marktzuwachs von 30 Prozent. 

Der Bundesrat die Revision zweier Verordnungen beschlossen, die für den weiteren Ausbau der Photovoltaik in der Schweiz von grosser Bedeutung sind. Sie treten bereits am 1. April dieses Jahres in Kraft. Inakzeptabel ist die äusserst kurze Vorlaufzeit, die es den Solaranbietern fast unmöglich macht, sich rechtzeitig auf die veränderten Rahmenbedingungen einzustellen.

Inhaltlich sind die Anpassungen aus Sicht der Solarbranche mehrheitlich positiv zu bewerten:

Energieförderverordnung (EnFV)

Gemäss der EnFV fallen die Kürzungen bei der Einmalvergütung für Photovoltaikanlagen weniger massiv aus als ursprünglich vorgeschlagen. Bei Anlagen unter 30 kW liegen die leistungsbezogenen Beiträge 15 Prozent tiefer als bisher (340 CHF/kWp anstelle von 400 CHF). Bei grösseren Anlagen wird auf eine Kürzung verzichtet. Damit wurde der Tatsache wenigstens teilweise Rechnung getragen, dass die Senkungen bei den Preisen für Solarmodule durch den steigenden bürokratischen Aufwand wieder wettgemacht werden. Sehr zu bedauern ist jedoch, dass keiner der Vorschläge von Swissolar zur Reduktion der unnötigen administrative Aufwände übernommen wurde.

Bis Ende 2019 wird die KLEIV voraussichtlich für alle Anlagenbetreiber ausbezahlt, die ihr vollständiges Gesuch bis 30. Juni 2018 eingereicht hatten. Das betrifft rund 13‘500 Anlagen mit einer Gesamtleistung von etwa 260 MW. Betreiber, die ihr KLEIV-Gesuch Anfang 2019 einreichen, müssen nur noch mit einer Wartezeit von rund 1.5 Jahren bis zur Auszahlung rechnen.

Bis Ende April 2019 erhalten voraussichtlich alle Anlagenbetreiber eine GREIV-Zusicherung (Anlagen mit Leistungen > 100kWp), welche ihr Gesuch bis 30. September 2013 eingereicht hatten. Das betrifft rund 605 realisierte Anlagen mit einer Gesamtleistung von etwa 172 MW und 1‘073 nicht realisierte Anlagen mit einer Gesamtleistung von etwa 330 MW. Projektanten, die sich Anfang 2019 für die GREIV anmelden, müssen voraussichtlich etwa 2 Jahre auf die Zusicherung warten.

Energieverordnung (EnV)

In der EnV gibt es Vereinfachungen bei der Bildung von Zusammenschlüssen zum Eigenverbrauch (ZEV). Parzellen können neu zusammengeschlossen werden, auch wenn dazwischen ein Verkehrsweg liegt. Neu kann der Kostenvorteil des Solarstroms gegenüber dem vom Netz bezogenen Strom je hälftig zwischen Solaranlagenbetreibern und Mietern aufgeteilt werden, womit zusätzliche Anreize zum Bau von Anlagen insbesondere auf Mehrfamilienhäusern geschaffen werden.

Swissolar erwartet positive Marktaussichten
Dank der im vergangenen November angekündigten Erhöhung der Förderkontingente für Photovoltaikanlagen durch das Bundesamt für Energie sinken die Wartezeiten bis zur Auszahlung der Einmalvergütung massiv. Bei Kleinanlagen erhält der Investor das Geld aktuell spätestens 1 ½ Jahre nach der Anmeldung, bei neuangemeldeten Grossanlagen ab 100 kW liegt die Wartezeit bei deutlich unter 3 Jahren. Zusammen mit den Verbesserungen bei den Zusammenschlüssen zum Eigenverbrauch und der massvoll ausgefallenen Kürzung der Förderbeiträge wird dies zu einem deutlichen und dringend notwendigen Schub im Photovoltaikmarkt führen. Swissolar erwartet für das laufende Jahr einen Zubau von 330-350 MW, etwa 30 Prozent mehr als im Vorjahr.

Quelle: BFE, Swissolar

Energieförderverordnung EnFV
Energieverordnung EnV