Solarmarkt News

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Die Herausforderungen gehen uns nicht aus

04.12.2018 — 

Rafael Stadelmann unser Geschäftsführer macht zum Jahresabschluss einen Rück- wie einen Ausblick auf das kommende Jahr:

Ein weiteres Jahr nähert sich dem Ende. Für mich Grund genug, dies kurz in einige Worte zu fassen und einen Ausblick zu wagen.

Inzwischen darf auch ich bereits auf einige Jahre Photovoltaik-Erfahrung zurückgreifen. Jedes Jahr hat seine Herausforderungen mit sich gebracht. Dass macht diese Branche extrem spannend und fordert im täglichen Arbeitsleben. Seien es nun grosse technische Veränderungen, neue Normen, Regeln oder die Politik.

Noch nie gab es so grosse Preissenkungen

Das Jahr 2018 brachte aber wiederum ganz neue Herausforderungen für den Grosshandel mit sich. China reduzierte die Fördergelder für PV-Anlagen um ca. 1/3 des bisherigen Fördervolumens. Die EU verabschiedete sich von den Mindestimportpreisen auf chinesischen Solarmodulen und die USA lancieren einen Handelskrieg und erheben hohe Importzölle auf Solarmodule aus dem Ausland. Diese globalen Entwicklungen prägten auch den Schweiz Markt und hatten erhebliche Auswirkungen – insbesondere natürlich einmalmehr auf die Modulpreise. Aufgrund der Überkapazitäten, die diese Regelungen zur Folge hatten, sanken die Preise und Europa wurde wieder mit grossen Mengen an Solarmodulen beliefert. Eine derart grosse Preissenkung der Module von bis zu 30 Prozent gab es in der Vergangenheit noch nie. Dies ist kurzfristig eine grosse Herausforderung für den Grosshandel. Mittelfristig führt dies aber erneut zu einer noch höheren Attraktivität der Solarenergie. Photovoltaik ist heute die günstigste Energieform, welche zugebaut werden kann. So werden inzwischen Grossprojekte in südlicheren Regionen mit Gestehungskosten von 3-5 Rp./kWh realisiert. Der Weg zu einer eigenen Solaranlage ist so günstig wie noch nie.

Was bringt das nächste Jahr?

Der Markt stabilisiert sich und die Plätze werden eingenommen. Wie dies in vielen anderen Branchen in der Vergangenheit auch der Fall war. Die Branche wird erwachsen. Grosse Unternehmen spielen mit und es gilt für jeden sein Unternehmen wirtschaftlich gut aufzustellen. Aktuell kämpfen viele, speziell grössere Unternehmen mit der Rentabilität, was auf den Preiskampf der letzten Jahre zurückzuführen ist. Wir schauen nach dem turbulenten letzten Jahr gerne auf das kommende Jahr. Mit dem schnellen Abbau der Warteliste für die kleine Einmalvergütung und der Aussicht auf deutlich mehr Fördergelder für die grosse Einmalvergütung gehen wir von einem Marktwachstum aus. Grössere Anlagen können ebenfalls wirtschaftlich betrieben und realisiert werden. Weiterhin wollen wir durch die Vorfinanzierung der Einmalvergütung, welche von unseren Kunden sehr gut genutzt wird den Glauben an die Sicherheit der Förderinstrumente und der Technologie stützen.

Aus meiner persönlichen Sicht fahren wir allerdings mit der aktuellen Energiestrategie in der Schweiz die Solarbranche in eine Stagnation. Der Preis der Solarmodule auf dem Dach eines Einfamilienhauses ist vergleichbar mit dem Preis eines neuen Fernsehers. Die administrativen Aufwände und das hohe Lohnniveau in der Schweiz halten die Preise für Solarenergie auf einem Niveau auf welchem wenig Spielraum nach unten möglich ist. Bei Grossprojekten ohne möglichem Eigenverbrauch braucht es Lösungsansätze, damit diese Anlagen durch Investoren realisiert werden können. Es braucht nun neue Impulse, neue Strategien und branchenübergreifende Lösungen, um die Solarenergie in der Schweiz weiterhin attraktiv zu halten und voranzutreiben.

Der technische Fortschritt der Produkte läuft kontinuierlich weiter. Der Preisunterschied von ökonomisch getrieben zu technisch optimierten Produkten beträgt gerade mal noch ca. 5% der Gesamtinvestitionskosten. Als ehemaliger Techniker wünsche ich mir deshalb, dass künftig bei der Installation und dem Verkauf von Solarprodukten nochmals verstärkt auf technisch hochwertige Produkte Rücksicht genommen wird. Speichersysteme oder moderne Haussteuerungen werden heute nahezu in jeder Anlage berücksichtigt, was vor einigen Jahren noch nicht denkbar war.

Ich erwarte bei den Solarmodulen über das ganze Jahr nochmals leichte Preissenkungen. Allerdings nicht in der Grössenordnung, wie dies 2018 der Fall war. Neue Technologien und tiefere Preise erwarte ich bei den Speichersystemen, einem Segment, in welchem ich ein grosses Potential sehe. Ich bin gespannt, wie viele Anlagen mit den Mitteln der GREIV (grosse Einmalvergütung) nächstes Jahr realisiert werden, da die meisten dieser Investoren auf die KEV gehofft hatten und die Wirtschaftlichkeit vom möglichen Potenzial der Eigenverbrauchsnutzung abhängig sein. Wünschen tue ich mir einiges – eine Glaskugel habe ich nicht.

Ich wünsche allen eine besinnliche Weihnachtszeit, viel Zeit mit der Familie und Freunden, sowie einen guten Rutsch ins Neue Jahr.

Rafael Stadelmann, Geschäftsführer Solarmarkt GmbH