Solarmarkt News

August 2019Juli 2019Juni 2019April 2019März 2019Februar 2019Januar 201920182017201620152014

ElCom Entscheid zu Rückliefertarifen

18.05.2016 — 

Die eidg. Elektrizitätskommission hat eine Verfügung zur Höhe der Rückliefervergütung verabschiedet. Diese hat sich nach demjenigen Preis zu richten, den der Netzbetreiber für den zeitgleichen Bezug von Graustrom bezahlen müsste.

Die eidg. Elektrizitätskommission hat am 19.4.2016 eine Verfügung zur Höhe der Rückliefervergütung verabschiedet. Anlass war das Gesuch eines Besitzers einer PV-Anlage mit 57.6 kW, der vom örtlichen Netzbetreiber mit 5.5 Rp./kWh statt vorher 31.5 Rp./kWh entschädigt wurde. Der Gesuchsteller hatte verlangt, dass mindestens 9.54 Rp./kWh bezahlt werde, in Übereinstimmung mit der BFE-Vollzugshilfe. Die wichtigsten Beschlüsse sind im ElCom-Newsletter 04/2016 festgehalten. Der Anlagebesitzer erhält aufgrund der Berechnungen der ElCom 6.98 Rp./kWh, also 1.48 Rp. mehr als die bisher bezahlten 5.5 Rp.

Die Verfügung ist noch nicht rechtskräftig.

Die ElCom hat eine Verfügung zur Höhe der Rückliefervergütung gemäss Artikel 7 Absatz 2 des Energiegesetzes (EnG; SR 730.0) verabschiedet. Die Verfügung legt fest, nach welchen Kriterien im Streitfall die Höhe der Rückliefervergütung angesetzt wird:

  • Massgebend für die Vergütung gemäss Art. 7 Abs. 2 EnG sind die marktorientierten Bezugspreise für gleichwertige Energie. Unter dem marktorientierten Bezugspreis ist der Einkaufspreis (Bezugskosten) des betroffenen Netzbetreibers bei Dritten (Vorlieger, sonstige Lieferanten) zu verstehen. Die Gestehungskosten einer allfälligen Eigenproduktion des Netzbetreibers (inkl. Kraftwerksbeteiligungen) sind somit für die Festlegung der Rückliefervergütung nicht relevant.
  • Gleichwertige Energie gemäss Artikel 7 Absatz 2 EnG ist «Graustrom» (Elektrizität aus nicht überprüfbaren Energieträgern), der zeitgleich mit gleichem Leistungsprofil wie die Einspeisung bezogen würde.
  • Eine zeitlich differenzierte Vergütung (saisonal, nach Tageszeit) ist somit möglich, wenn die Bezugskosten des betroffenen Netzbetreibers für Graustrom vom Bezugszeitpunkt abhängen.
  • Sind die Ist-Bezugskosten des Netzbetreibers für Graustrom im Zeitpunkt der Einspeisung nicht bekannt, ist die Vergütung anhand entsprechender Plankosten auszurichten.
  • Sind die nachträglich ermittelten Ist-Bezugskosten für Graustrom höher als die dem Produzenten vergüteten Plankosten, hat der Netzbetreiber dem Produzenten die Differenz in geeigneter Form zu erstatten.

Positiv ist, dass der „Marktorientierte Bezugspreis“ gemäss Gesetz nicht mit dem Marktpreis am Spotmarkt gleich gesetzt werden darf. Hingegen ist  zu bedauern, dass die BFE-Vollzugshilfe mit Tarif H4 -8% nicht als allgemein gültige Bezugsgrösse akzeptiert wird.

Quellen: ElCom Verfügung vom 19.4.2016, Swissolar