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Swissolar fordert Verfünffachung des jährlichen Photovoltaik-Zubaus in der Schweiz

27.03.2019 — 

Die neu installierte Photovoltaik-Leistung in der Schweiz muss von derzeit 300 auf rund 1500 Megawatt erhöht werden, wenn das Ausbauziel von 50 Gigawatt bis 2050 erreicht werden soll. Der Schweizer Verband hält die derzeitige Solarförderung für ausreichend, fordert aber den Abbau bürokratischer Hürden. Das Bundesamt für Energie kündigte indes an, zusätzlich 30 Millionen Schweizer Franken für den Abbau der Warteliste bei großen Photovoltaik-Anlagen bereitzustellen.

Das Potenzial für die Photovoltaik in der Schweiz ist riesig, doch bislang weitgehend ungenutzt. Der Verband Swissolar fordert nun eine maßgebliche Beschleunigung des Zubaus. So habe das Schweizer Bundesamt für Energie (BfE) festgestellt, dass allein auf den Dächern im Land rund 50 Gigawatt Photovoltaik-Leistung installiert werden könnten. Damit ließe sich der Atomausstieg des Landes kompensieren und gleichzeitig die Dekarbonisierung des Wärme- sowie Verkehrssektors vorantreiben.

Allerdings um die 50 Gigawatt installierte Photovoltaik-Leistung bis 2050 wirklich zu erreichen, müsste der jährlich Zubau von derzeit 300 auf 1500 Megawatt verfünffacht werden, so die Forderung von Swissolar im Vorfeld der 17. Nationalen Photovoltaik-Tagung in Bern. Ein Teilnehmerrekord von 630 wird bei der Konferenz erwartet, die der Verband gemeinsam mit dem BfE und dem Verband Schweizerischer Elektrizitätsunternehmen (VSE) organisiert.

Swissolar ist überzeugt, dass die erste Phase in Richtung 50 Gigawatt mit einem optimierten Einsatz der bereits verfügbaren Fördermittel erreicht werden könne. Der Verband plädiert für die Schaffung von Ausschreibungen für Großanlagen, die keinen Eigenverbrauch haben. Zudem sei die Versorgungssicherheit im Land gewährleistet, wenn der massive Ausbau der Photovoltaik auch die Wasserkraft und Speichermöglichkeiten von Überschüssen abgestimmt bleibe.

Diesbezüglich kamen just am Dienstag gute Nachrichten vom BfE. Es stellte 30 Millionen Schweizer Franken – etwa 26,7 Millionen Euro – an zusätzlichen Fördermitteln bereit, um die Warteliste für die Einmalvergütung großer Photovoltaik-Anlagen (GREIV) in diesem Jahr weiter abzubauen. Wegen der gestiegenen Strommarktpreise hätten sich die Einnahmen des Netzzuschlagsfonds im vergangenen Jahr erhöht. Diese Mehreinnahmen würden nun für die Solarförderung genutzt, so das Bundesamt. Damit stehen in diesem Jahr insgesamt 180 Millionen Schweizer Franken für die Einmalvergütung großer Photovoltaik-Anlagen zur Verfügung. Im Verlaufe des Jahres würden alle Gesuche, die bis zum 31. Januar 2014 eingereicht worden seien, eine Förderzusicherung erhalten. Die Warteliste könne zusätzlich um rund 400 große Anlagen abgebaut werden. Nach BfE-Angaben handelt es sich um 100 bereits realisierte Photovoltaik-Anlagen mit 27 Megawatt sowie 300 noch zu bauende Projekte mit insgesamt 70 Megawatt. Insgesamt würden über die GREIV-Zusicherung in diesem Jahr mehr als 2000 große Photovoltaik-Anlagen in der Schweiz finanziert.

Während die Fördermittel ausreichten, müssten allerdings bürokratische Hürden abgebaut werden, heißt es bei Swissolar weiter. Neue Photovoltaik-Anlagen lieferten auch in der Schweiz mittlerweile den günstigsten Strom aller neuen Kraftwerke. Weitere Preissenkungen bei der Technologie seien absehbar. Allerdings mache die zunehmende Bürokratie beim Bau von Photovoltaik-Anlagen die Kostensenkungen bei den Komponenten größtenteils wieder wett. Swissolar schätzt den bürokratischen Aufwand auf acht bis zwölf Stunden pro Projekt und appelliert an die Verteilnetzbetreiber, Gemeinden, Pronovo und weitere Instanzen, ihre Abläufe zu vereinfachen und aufeinander abzustimmen. Zudem müssten bei der bevorstehenden Revision des CO2-Gesetzes wichtige Weichen gestellt werden, um auch die Energiewende im Heizungs- und Verkehrssektor rasch anzukurbeln.

Quelle: PV Magazine Deutschland