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Was bringt die Energiestrategie für die Photovoltaik?

04.04.2017 — 

Was kann die Solarbranche erwarten, falls die Stimmbürger am 21. Mai die Energiestrategie 2050 annehmen? Wieland Hintz vom BFE informierte an der PV-Tagung von Swissolar was die Energiestrategie für die Photovoltaik bringt. Ein gut schweizerischer Kompromiss, welcher viele Technologie berücksichtigt, dadurch aber bei den Stimmbürgern gute Chancen haben sollte.

Durch die Kompromisse, welche politisch eingegangen werden mussten, um im Parlament Mehrheiten für die Energiestrategie zu finden, wird nur ein beschränkter Anteil der neuen Mittel in die Photovoltaik fliessen. Damit können vorerst Anlagen finanziert werden, welche schon realisiert sind. In der KEV stehen noch maximal Mittel für 200 MW neue Anlagen zur Verfügung. Die Wartefristen für die Einmalvergütung werden ansteigen. Es stehen aber jährlich für 200 MW Fördergelder zur Verfügung.

Einmalvergütung EIV

Die Gelder werden von bisher 0.1 Rp. auf 0.2 Rp. erhöht. Damit stehen zukünftig jährlich 120 Mio. CHF zur Verfügung, welche zu je 50% in die KEIV und die GREIV gehen sollen.

KEIV (kleine EIV für Anlagen bis 100 kWp)

29’000 Anlagen bis 100 kWp sind aktuell auf der KEV Warteliste. Davon sind 40% schon gebaut. Weil mit der Energiestrategie neu grössere Anlagen bis 100 kWp berücksichtigt werden können, wird die Wartefrist für die Gelder von heute neun Monaten auf 3-4 Jahre zunehmen. Anlagen die 2018 gebaut werden erhalten die finanzielle Unterstützung frühestens 2021. Hier ist das BFE gefordert während der Vernehmlassung Mechanismen zu finden, welche die Wartezeit reduzieren können. Andernfalls kann es sein, dass die Anlagenbauer das Vertrauen verlieren jemals an die versprochenen Gelder zu kommen.

GREIV (grosse EIV für Anlagen über 100 kWp)

Ca. 4000 Anlagen > 100 kWp sind aktuell auf der Warteliste, was ca. 1200 MW entspricht. Davon sind 1/6 schon gebaut. Jährlich stehen Mittel für 100 MW Anlagen zur Verfügung.  Für Neuanmeldungen ab 2018 würde es Wartefristen von 6 bis 7 Jahren geben.

KEV

Je nachdem wie die KEV-Warteliste abgebaut wird stehen keine Mittel für neue Projekte zur Verfügung. Das BFE hat zwei Vorschläge gemacht, wie die restlichen Gelder noch verwendet werden könnten:

A) Bereits gebaute Anlagen werden bevorzugt. Somit schaffen es alle Anlagen mit Anmeldung bis Ende 2013 und Inbetriebnahme bis Ende 2014 in die KEV. Es können mehr als 200 MW und über 800 Anlagen berücksichtigt werden. Leider sind alle Anlagen schon realisiert und keine neuen Projekte könnten mehr gefördert werden. Die Mutigen werden für ihr Vorpreschen belohnt und können die getätigten Investitionen decken.

B) Die Warteliste wird wie bisher abgebaut. Aufgrund der Unsicherheit, welche Anlagen und in welcher Grösse gebaut werden ist es schwierig zu sagen, wie weit die KEV-Warteliste abgebaut werden kann. Es ist aber davon auszugehen, dass noch 200 MW neue Anlagen mit den Geldern realisiert werden können. Damit könnten über vier Jahre je 50 MW an KEV-Anlagen realisiert werden. Danach sind alle Mittel der KEV verpflichtet.

Damit stehen für die PV im besten Fall 250 MW an Fördermitteln in den ersten vier Jahren zur Verfügung. Danach sind die KEV Gelder aufgebraucht. Die Einmalvergütung steht dann weiterhin im Umfang von 200 MW pro Jahr zur Verfügung. Allenfalls können andere Technologien wie Wasserkraft und Windkraft die Mittel nicht ausschöpfen, so dass sie für die PV genutzt werden können.

Somit sind die zu erwartenden Mittel geringer als erwartet, da diese stärker mit anderen Technologien wie der Wasserkraft geteilt werden müssen. Dadurch ist aber der politische Rückhalt für die Energiestrategie breit abgestützt, was dazu beiträgt, dass die Energiestrategie beim Volk eine gute Chance haben sollte.

Quelle: Präsentation Wiland Hintz, BFE an der PV Tagung 2017